speaker-franz-jordan1

Franz Jordan

Marketplace Analytics, Gründer & Geschäftsführer

Hallo Franz, magst du dich kurz vorstellen?

Ich bin Franz Jordan, Gründer und Geschäftsführer von Marketplace Analytics. An Marketplace Analytics arbeiten wir nun schon seit fast 3 Jahren. Obwohl das nach relativ wenig klingt gehören wir damit quasi  zu den Urgesteinen der Branche und konnten die Entstehung der Branche dadurch intensiv verfolgen und mitgestalten.

Was sind aus deiner Sicht die häufigsten Fehler bei PPC-Kampagnen?

Es gibt eine Reihe an Fehlern die wir sehen. Häufig wird der Fehler schon ganz am Anfang gemacht weil viele Seller sich nicht ganz im Klaren darüber sind, was eigentlich das Ziel ihrer PPC Kampagnen ist. Geht es um Profit Maximierung oder um Absatz Maximierung um das organische Ranking zu verbessern? Oder möchte ich einfach neue Keywords mit hoher Conversion Rate finden? Das ist wichtig, weil abhängig davon sich natürlich auch die Gebotsstrategie und letztenlich auch die Kennzahl zum Messen des Erfolgs ändert.

Sobald es dann mit den Kampagnen los geht sehe ich häufig, dass keine klare Strategie bei den Geboten verfolgt wird. Häufig wird ein relativ aggressives Gebot verwendet das zum Teil deutlich über dem von Amazon empfohlenem Seite 1 Gebot liegt. Abhängig davon, wie es danach läuft wird das Gebot dann mal erhöht und wieder gesenkt. Allerdings erfolgen die Veränderungen weder systematisch noch werden sie dokumentiert. So kann man natürlich keine wirklich fundierten Erkenntnisse erzielen um seine Kampagnen nachhaltig zu optimieren sondern reagiert immer nur Situationsbezogen.

Wenn es dann um die Auswertung der Kampagnen geht sehe ich häufig den Fehler, dass der ACOS falsch verstanden wird. Die meisten Seller streben einen möglichst niedrigen ACOS an und glauben, dass man umso erfolgreicher ist je niedriger der ACOS ist. Das ist aber nur bedingt richtig. Wenn ein höherer ACOS bedeutet zwar weniger Marge pro Einheit, kann aber zu einem deutlich höherem Gesamtvolumen führen und damit einen insgesamt größeren Gewinn bedeuten. Diese Abwägung zwischen Volumen und Profitabilität wird nur von wenigen Sellern bewusst gemacht. Darüber hinaus halte ich persönlich den ACOS für irreführend sobald man mehrere ASINs mit unterschiedlichen Margen zusammen auswertet. Dann verliert er quasi sein komplette Aussagekraft. Besser ist es, den tatsächlichen Gewinn als Zielgröße zu verwenden. Das ist aber durchaus komplex in der Berechnung.

Welche Do’s und Dont’s kann man vom amerikanischen Amazon-Markt lernen?

Was auffällt ist, dass die Klickpreise in den USA ingesamt deutlich höher sind als in Deutschland. Das liegt vor allem daran, dass sich viele Seller in der Vergangenheit nicht so intensiv mit PPC beschäftigt haben und dann nach dem Wegfall der Review Clubs und neuerdings auch der E-Mail Follow-ups fast schon panisch an PPC als letzten Strohhalm klammern. Das gipfelt dann in Aussagen wir „100% ACOS ist in Ordnung“. Ein klares Don’t ist deshalb aus meiner Sicht, einfach Blind auf PPC zu setzen nur um jeden Umsatz mitzunehmen den man kriegen kann. Nicht jeder Umsatz ist wirklich guter Umsatz.

Man kann aktuell aber auch beobachten, dass sich die US Seller gerade sehr intensiv mit dem Thema PPC beschäftigen und es gerade zu einer Professionalisierung kommt. Es entstehen immer mehr spezialisierte Agenturen und auch die Anzahl an Kursen und Trainings zu dem Thema steigt gerade deutlich an. Als Do würde ich deshalb sagen: Wissen aneignen und genügend Ressourcen für PPC abstellen die dem Thema würdig sind.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die US Seller sehr schnell und ohne großes Wissen in den Markt sind, sich dann die Finger etwas verbrannt haben und sich nun das fehlende Wissen aneignen. Meine Empfehlung für den deutschen Markt ist es, diese Reihenfolge umzukehren d.h. sich erst das Wissen aneignen und dann durchstarten. So kann man es vermeiden, dass es zu Klickpreisen von mehreren Dollar kommt obwohl der durchschnittliche Verkaufspreis bei dem Produkt bei 10-15$ liegt.

Für welche Händler lohnt sich dein Tool „Marketplace-Analytics“?

Marketplace Analytics lohnt sich tatsächlich für jeden der auf Amazon verkauft oder verkaufen möchte.

Für diejenigen, die gerade mit Amazon FBA und Private Labeling starten, bieten wir mit unserer Software und unserer Chrome Extension XRAY eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, um profitable Produktideen zu generieren. Das ist typischerweise der erste und vermutlich auch wichtigste Schritt.

Sobald das Produkt dann auf Amazon live ist und man ein aktiver Seller ist, bieten wir diverse Möglichkeiten zur Steuerung und Optimierung an. Das geht von Amazon SEO über die Auswertung der Profitabilität bis hin zur Lagerbestandsverwaltung. Ganz neu ist, dass man auch die Optimierung der Gesponserten Produkte komplett in Marketplace Analytics durchführen kann.

Darüber hinaus entwickeln wir gerade eine separate Software speziell für Vendoren. Diese befindet sich zwar noch in einer frühen Phase, wird aber bereits von den ersten Vendoren genutzt um Rezensionen und Kundenfragen zu bearbeiten.